A4 Erhöhung Tunnelsicherheit Fäsenstaub
Das Bundesamt für Strassen ASTRA baut ab Anfang 2027 beim Fäsenstaubtunnel einen Sicherheitsstollen. Dieser verläuft parallel zur bestehenden Tunnelröhre und wird nach Bauende mit neun Notausgänge ausgestattet. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich rund sieben Jahre.
Der Fäsenstaubtunnel zwischen den Anschlüssen Schaffhausen Süd und Schaffhausen Nord wurde 1996 in Betrieb genommen. Er ist knapp eineinhalb Kilometer lang und wird im Gegenverkehr betrieben. Die hohe Verkehrsbelastung von rund 35'000 Fahrzeugen pro Tag ist für die Verkehrssicherheit eine Herausforderung, da im Ereignisfall nur beide Tunnelausgänge sowie ein Notausgang in der Tunnelmitte als Fluchtwege bereitstehen. Um seinem hoheitlichen Auftrag zur Erhöhung der Tunnelsicherheit zu erfüllen, baut das Bundesamt für Strassen ASTRA deshalb einen parallel verlaufenden Sicherheitsstollen. Der neue Stollen wird über neun Querverbindungen mit der bestehenden Röhre verbunden. Verkehrsteilnehmende können den Fäsenstaubtunnel im Ereignisfall über die Notausgänge verlassen und über den Sicherheitsstollen ins Freie gelangen. Der Stollen ist als begehbarer Fluchtweg konzipiert und wird nicht für den normalen Fahrzeugverkehr genutzt.
Ausschreibung der Baumeisterarbeiten
Im Hinblick auf die geplante Realisierung startete das ASTRA am 5. Juni 2026 die öffentliche Ausschreibung der Baumeisterarbeiten. Nach Abschluss des Submissionsverfahrens und der Vergabe der Arbeiten informiert das ASTRA über die nächsten Schritte.
Der Baustart ist nach heutigem Planungsstand für Anfang Januar 2027 vorgesehen. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich rund sieben Jahre. Gebaut wird von Norden und Süden her, der Vortrieb erfolgt unterirdisch. Der Sicherheitsstollen unterquert Wohn- und Arbeitsquartiere, Strassen, Werkleitungen sowie im Bereich des Südportals auch Bahnlinien. Das ASTRA stimmt die Arbeiten mit Stadt und Kanton Schaffhausen, den Werkeigentümern sowie den Bahnunternehmen ab.
Einschränkungen während der Bauzeit
Die bestehende Tunnelröhre bleibt während der Bauzeit grundsätzlich in Betrieb. Tagsüber sind keine Sperrungen vorgesehen. Arbeiten, die eine Sperrung erfordern, werden soweit möglich nachts durchgeführt.
Während der Bauzeit kann es dennoch zeitweise zu Einschränkungen für Verkehrsteilnehmende, Anwohnende und Gewerbebetriebe kommen. Dazu gehören je nach Bauphase lokale Verkehrsführungen, Baustellenverkehr, Lärm oder Erschütterungen. Das ASTRA plant entsprechende Schutz- und Überwachungsmassnahmen und informiert über besondere Einschränkungen frühzeitig.
Sicherheitsstollen nach Nein zur zweiten Röhre
Nachdem die Schweizer Stimmbevölkerung im November 2024 an der Urne den Ausbauschritt 2023 für die Nationalstrassen abgelehnt hat, kann die zweite Röhre des Fäsenstaubtunnels derzeit nicht realisiert werden, die im Ereignisfall als Fluchttunnel gedient hätte. Um seinen hoheitlichen Auftrag zur Erhöhung der Tunnelsicherheit nachzukommen, setzt das ASTRA deshalb den Sicherheitsstollen um, für den die Plangenehmigungsverfügung seit 2019 vorliegt. Der Stollen wird so geplant und gebaut, dass ein späterer Ausbau auf eine vollwertige 2. Tunnelröhre möglich wäre, sollte das Projekt reaktiviert werden.
Weitere Informationen zum Projekt
Während der weiteren Projektvorbereitung und während der Bauzeit wird über diese Seite regelmässig über den Stand der Arbeiten, die nächsten Schritte und allfällige Auswirkungen informiert. Für einen ersten Überblick steht ein Perimeterplan zur Lage des neuen Sicherheitsstollens als Download zur Verfügung.
Bundesamt für Strassen ASTRA
Grüzefeldstrasse 41
8404 Winterthur
