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Tunnelsicherheit Berner Oberland

In den letzten Jahren sind diverse Tunnels der A6 und der A8 im Berner Oberland mit zusätzlichen Rettungsstollen ausgerüstet worden. Zudem wurden im Abschnitt Interlaken-Ost–Brienz weitere Tunnelsicherheitsmassnahmen während der Gesamterneuerung umgesetzt.

Kleiner, gewölbter Tunnel für Fussgänger mit rauer Wandoberfläche und zwei grünen Fluchttreppenschildern an den Seitenwänden.

Auf der A6 und A8 im Berner Oberland wurden seit 2013 umfangreiche Arbeiten ausgeführt, die der Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden dienen. In einer ersten Phase stand der Bau von Rettungsstollen im Vordergrund. Die Stollen führen entweder rechtwinklig von der Röhre weg ins Freie (Fluchtstollen) oder sie werden parallel zur Tunnelröhre errichtet (Sicherheitsstollen). Massgebend für die Entscheidung, welche Variante gebaut wird, ist primär die Länge des Tunnels. Die Sicherheitsstandards sehen vor, dass ca. alle 300 Meter ein Fluchtweg aus der Tunnelröhre besteht, entweder als Fluchtstollen oder als Durchgang in einen Sicherheitsstollen. In einer zweiten Phase wurden die Tunnels selbst baulich saniert und die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung (Lüftung, Beleuchtung, Detektion, Signalisation etc.) erneuert.

A6 Simmenfluhtunnel

Der Simmenfluhtunnel befindet sich auf der A6 bei Wimmis. Der einröhrige Tunnel ist ca. 700 Meter lang und wurde 2003 in Betrieb genommen. Von 2015 bis 2016 wurde ein Fluchtstollen gebaut. Der Simmenfluhtunnel selbst wird im Rahmen des Erhaltungsprojekts Thun-Süd–Spiez 2026 saniert.

A8 Leissigentunnel

Der Leissigentunnel befindet sich auf der A8 zwischen Spiez und Interlaken. Der einröhrige Tunnel ist 2100 m lang und wurde 1994 in Betrieb genommen. Von 2014 bis 2016 wurden verschiedene Anlageteile der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung erneuert. Von 2018 bis 2023 wurde ein Sicherheitsstollen gebaut. 2026 wurden weitere Anlageteile der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung wie die Lüftung oder die Beleuchtung erneuert. Der Leissigentunnel selbst wird im Rahmen des Erhaltungsprojekts Spiez–Interlaken-West ab ca. 2032 saniert.

A8 Rugentunnel & Lütschinenunterführung

Der Rugentunnel und die Lütschinenunterführung befinden sich auf der A8 zwischen Interlaken-West und Bönigen. Der zweiröhrige Rugentunnel ist 800 m lang und wurde 1979 in Betrieb genommen. Von 2014 bis 2017 wurde er umfassend saniert. Zudem wurde die Betriebs- und Sicherheits­ausrüstung und die Entwässerung erneuert und es wurden zusätzliche Flucht­möglichkeiten für den Ereignisfall geschaffen. Im Jahr 2020 wurden zudem bei beiden Portalen Antirezirkulationswände gebaut. Diese verhindern, dass im Brandfall Rauch von einer Tunnelröhre in die andere gelangt.

Die einröhrige Lütschinenunterführung ist 750 m lang und wurde 1988 in Betrieb genommen. Die Lütschinenunterführung wurde im gleichen Zeitraum wie der Rugentunnel saniert. Nebst der baulichen Sanierung wurden die Kabelanlagen, die Beleuchtung, die Signale und weitere Komponenten der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung erneuert sowie eine Fluchttreppe gebaut.

A8 Brienzersee

Die A8 zwischen Interlaken-Ost und Brienz verläuft auf einer Länge von 13,8 km entlang des Brienzersees. Der Abschnitt wurde 1988 eröffnet. Auf ihm befinden sich die drei Tunnels Sengg (864 m), Chüebalm (1322 m) und Giessbach (3341 m). Bereits seit 2007 wurden verschiedene dringliche Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit realisiert. Diese betrafen unter anderem die Einsatzplanung der Sicherheitskräfte sowie verschiedene Sanierungsarbeiten. Zudem wurde der Notausgang des Giessbachtunnels aufgerüstet.

Danach wurden ab 2013 aufwendige bauliche Massnahmen zur weiteren Optimierung der Tunnelsicherheit ergriffen. Die beiden längeren Tunnels Giessbach und Chüebalm wurden mit Sicherheitsstollen ausgestattet, die parallel zur Hauptröhre verlaufen. Der kürzere Senggtunnel erhielt einen Fluchtstollen, der von der Tunnelmitte aus als Querstollen ins Freie führt. Der Fluchtstollen Sengg ist seit Februar 2016 in Betrieb, der Sicherheitsstollen Chüebalm seit Herbst 2017 und der Giessbach-Stollen ist 2018 eröffnet worden.

Ein weiterer Schwerpunkt betraf die Verstärkung der Zwischendecke im Giessbachtunnel. Zudem musste die bisherige Tunnellüftung verstärkt werden. Diese Arbeiten sowie weitere Tunnelsicherheitsmassnahmen wurden in Zusammenhang mit der Gesamterneuerung des Abschnittes Interlaken-Ost–Brienz von 2021 bis 2025 umgesetzt.

A8 Soliwaldtunnel

Der Soliwaldtunnel befindet sich auf der A8 am Brünigpass. Er ist Teil der Umfahrung Brienzwiler und wurde mit dieser 1995 in Betrieb genommen. Der einröhrige Tunnel ist 560 m lang. Von 2019 bis 2020 wurde ein Fluchtstollen gebaut. Gleichzeitig wurde die Mitteltrennung ersetzt.

Bundesamt für Strassen ASTRA

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